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veranstaltung
Von09.09.2015
Bis12.09.2015
OrtUniversität Luxemburg
VonNicole Palliwoda
Beschreibung

Internationaler Kongress: Räume - Grenzen - Übergänge

5. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen e.V. (IGDD)

Hauptvortragende

Peter Auer (Freiburg) Leonie Cornips (Amsterdam/Maastricht) Call for Papers

Vom 10. bis 12. September 2015 wird an der mehrsprachigen Universität Luxemburg der 5. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD) stattfinden. Unter dem Rahmenthema “Räume - Grenzen - Übergänge” sollen aktuelle Konzepte zu sprachlichen Raum- und Grenzbildungen vorgestellt und diskutiert werden. Daneben bietet der Kongress auch Raum für Präsentationen zu allen Bereichen der modernen Dialektologie. Die IGDD und der Veranstalter Peter Gilles laden alle Interessenten herzlich zur Teilnahme ein.

Für den Kongress sind sieben thematische Sektionen vorgesehen:

Phonologie und Morphologie Syntax Sprachatlanten und Lexik Dialektsoziologie und Medien Wahrnehmungsdialektologie Minderheitensprachen und Mehrsprachigkeit Historische Dialektologie und Wissenschaftsgeschichte

Wer Interesse hat, einen Vortrag zu halten, wird um eine Anmeldung über die Tagungshomepage bis spätestens 30. September 2014 gebeten. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, ein Poster einzureichen. Hierfür erbitten wir die Anmeldungen ebenfalls bis Ende September. Alle Abstracts (ca. 300 Wörter) werden vor der Annahme anonym begutachtet. Wer ohne Vortrag oder Poster an der Tagung teilnehmen möchte, kann sich ab Anfang 2015 online über eine Tagungshomepage anmelden.

Der Luxemburger Kongress beginnt am Mittwoch, dem 9.09., ca. 19.00 Uhr mit einem Warm-up und wird am Samstag, 12.09. 2015, beendet sein.

Der Tagungsbeitrag beträgt 25 € für Mitglieder der IGDD und 40 € für Nicht-Mitglieder.

Kontakt

Homepage des Kongresses: igdd2015.uni.lu

Emailadresse der Konferenz: igdd2015@uni.lu Lokale Organisation

Prof. Dr. Peter Gilles Caroline Döhmer Jolanda Brands Institut für luxemburgische Sprache und Literaturen

Universität Luxemburg

Pragmata der Gewalt in der Vormoderne. Formen - Konzepte - Praktiken

veranstaltung
Von12.02.2015
Bis14.02.2014
OrtUniversität Vechta
VonJochen A. Bär
Beschreibung

Gewalt bestimmt die moderne Welt ebenso, wie sie alle menschlichen Kulturen auf die unterschiedlichste Art und Weise geprägt hat. In vormodernen Gesellschaften gilt Gewalt als zentrales Element der Machtausübung, als strategisch eingesetztes Mittel innerhalb bestimmter sozialer Ordnungen. Die Aufrecht­erhaltung einer solchen sozialen Ordnung bedarf jedoch wiederum der Gewalt. Gewaltreduk­tion kommt also nicht ohne Gewalt oder zumindest ihre Androhung aus. Allerdings ergibt sich daraus eine spezifizierte Form der Gewaltanwendung, indem zwischen der durch die soziale Ordnung erlaubten und der unerlaubten Gewalt unterschieden wird.Sie begegnet zum einen in Gestalt der potestas, also der Durchsetzung von Macht und Herrschaft, und zum andern in Form individueller Gewaltanwendung (violentia). Während es sich bei der potestas um eine an Recht und Herrschaft geknüpfte und somit sozial lizenzierte Form der Gewalt handelte, stand die violentia in der Regel im Widerspruch zum Recht, war also eine illegitime Form der Gewaltanwendung.

Der Gewaltbegriff kann weit oder auch relativ eng gefasst werden. Während sich die engere Definition vor allem auf die körperliche Gewalt bezieht, nimmt ein eher weiter ausgelegtes Verständnis auch andere Formen der Beeinträchtigung in den Blick: so die Zerstörung der materiellen Lebensbasis oder die Schädigung der sozialen Existenz durch Beleidigung oder sprachliche Diskriminierung. Sprachliche Gewalt spielt neben der körperlichen Gewaltpraxis, die bis hin zur Tötung reichen kann, stets eine zentrale Rolle – insbesondere dann, wenn man die Perspektive der historischen Beschreibung mitreflektiert. Jede gesellschaftliche Interaktion beruht auf kulturspezifischem Wissen, das in der Regel sprachlich verfasst oder mitverfasst ist: in semantischen Konzepten, Theoremen, Ideologemen, kollektiven Einstellungen usw. Soziale, politische, rechtliche, wirtschaftliche Handlungs­muster (Pragmata) erscheinen unter diesem Aspekt nicht lediglich als dasjenige, was Menschen tun, sondern als dasjenige, was sie zu tun meinen, beabsichtigen, wie sie ihr Tun begreifen.

Aufgrund seiner zentralen Bedeutung hat das Thema Gewalt in den unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen breites Interesse gefunden – in den Sozial- wie in den Literatur-, Sprach-, Geschichts-, und Kulturwissenschaften. Ebenso ist Gewalt ein Thema der Rechtsgeschichte, und auch anthropologische Studien haben sich mit den praktischen Auswirkungen der Gewalt auseinandergesetzt.

Die geplante Tagung in Vechta, die sich mit Pragmata der Gewalt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (bis einschließlich 16. Jahrhundert) beschäftigen will, hat das Ziel, die Fragestellungen und Erkenntnisse verschiedener Disziplinen füreinander fruchtbar zu machen. Mögliche Themenkomplexe – potentiell in Verbindung miteinander – sind:

  • Formen und Funktionen von Gewalt in Politik, Recht, Religion, Wirtschaft, Alltag …
  • Sprachliche Gewalt (Beschimpfung, Bedrohung, Ausgrenzung …)
  • semantische Konzepte und Bewertungen von Gewalt
  • Darstellungen von Gewalt in der Literatur
veranstaltungshinweise/20210622191515.1624382115.txt.gz · Last modified: by stefan.bircher@uzh.ch